Einleitung

Wir möchten an dieser Stelle über die Beweggründe sprechen, warum wir uns entschlossen haben, Saarlooswolfhonden zu halten bzw. zu züchten und werden versuchen, ein allgemein gehaltenes Statement rund um unsere Saarlooswolfhondenzucht abzugeben. Dies sehen wir für den Interessenten von Saarlooswolfhunden als Informationsbasis vor der Anschaffung eines solchen Hundes.

Wolf(s)hunde

Wolf(s)hunde an sich waren uns schon seit den 90er Jahren bekannt, aber die Entscheidung getroffen, uns einen SWH anzuschaffen, hatten wir erst 2002 (nach all den teilweise seltsamen, spannenden und haarsträubenden Geschichten, die erzählt oder geschrieben wurden).

Zucht, warum?

Wir sind keine gewerbsmäßigen / gewerblichen Züchter, sondern betreiben eine Hobby- bzw. Liebhaberzucht!
Warum nun der Entschluss zur Zucht. Es ist zum einen die Liebe und Hingabe zur Rasse, auf der anderen Seite das Interesse, durch eine seriöse und auf fundierten Kenntnissen basierende sowie kontrollierte Zucht, eine breite genetische Basis für diese Rasse in Deutschland zu schaffen. Durch die Abspaltung bzw. Trennung der Niederländischen Vereinigung vom Rest der Welt, sind die Blutlinien zur Weiterzucht auf beiden Seiten der Lager etwas dünner geworden. Das heißt aber nicht, dass der Saarloos als Rasse vor dem Aussterben steht, so wie es manche behaupten.
Es gibt in Europa genug Blutlinien, um diese Rasse ohne experimentelle Zucht weiterbestehen zu lassen; es muss auch kein frisches Wolfsblut oder andere Flüßigkeiten in die Tiere gebracht werden. Wenn jemand meint, dass die Rasse vom Aussterben oder von Krankheiten betroffen ist, dann soll er entsprechende Informationen (wissenschaftlich und medizinisch begründet) bei den nationalen und internationalen Landesverbänden vorlegen und diese von seiner Theorie überzeugen.

Verantwortung

Als Züchter, der die Entscheidung trägt, Leben in die Welt zu setzen, hat man eine enorme Verantwortung. Was einen guten Züchter ausmacht, kann man nicht in einem Satz beschreiben. Fakt ist, dass das Leben, dass geschaffen wird, bis hin zum Tod mit uns verbunden sein wird. Wir werden immer ein Stück Verantwortung diesem Leben gegenüber in unseren Händen haben (Nachzucht/-kontrolle, Notsituationen, Haltungsbedingungen, Rücknahme, etc), auch wenn man diese mit den neuen Welpenbesitzern teilt oder zum größten Teil abgibt. Der größere Teil der Verantwortung liegt aber nun faktisch bei den neuen Besitzern. Deshalb ist es für uns auch sehr wichtig, hart in der Vorabselektion der Interessenten zu agieren.

Kontrollorgane / Dachverbände VDH und F.C.I.

Wir möchten keinem seriösen Züchter, der nicht in diesen Verbänden eingetragen ist unterstellen, dass seine Zuchtabsichten profit-orientiert sind oder er keine Ahnung hat, mit dem was er macht. Das vorweg. Der Entschluß unter VDH und F.C.I. zu züchten, wurde lange von uns überdacht. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass es diese zentralen Stellen, national und international geben sollte, die als Kontrollorgane dienen und bei denen die Voraussetzungen zur Zuchtzulassung, Einhaltung der Rassestandards und Sammelstelle aller medizinischen sowie zucht-technischen Daten geben muss.

Rassezuchtverbände / Clubs

Um Saarlooswolfhonden zu züchten, besteht keine Notwendigkeit in einem Rassezuchtverband (den es in Deutschland nicht gibt) oder Rasse-Club Mitglied zu sein. Wir waren bis vor geraumer Zeit ebenfalls Mitglied im SWH-Club Deutschland e.V, da aber durch unsere geschäftlichen Unternehmungen und der räumlichen Trennung (Südstaaten <=> Nordstaaten) eine aktive und konstruktive Arbeit in diesem Club nicht möglich war, entschlossen wir uns auszutreten. Was bedeutet dies aber für Welpenkäufer? Wir empfehlen jedem, der sich mit Wolfhunden nicht auskennt, einem Club oder ähnlichem beizutreten, um zumindest mit den Fragen zur Rasse nicht alleine zu stehen. Auf der einen Seite hat man den Züchter, der durch seine Erfahrungen Fragen beantwortet und bei einem Club/Vereinigung/Interessengemeinschaft habe ich eine breite Masse an Hundebesitzern, die mir aus nicht-züchterischer Sicht bei Fragen aus dem täglichen Leben mit einem Wolfhund weiterhelfen können. Bei vielen Züchtern gibt es auch sogenannte Kenneltreffen, diese sind ebenfalls empfehlenswert, um sich mit anderen Besitzern auszutauschen.

Kommerz oder redliche Absichten?

Ob man das als Laie oder Profi auf Anhieb erkennen kann, sei mal dahingestellt. Man kann sich jedenfalls eine Meinung bilden. Von was wir uns vorab distanzieren möchten ist, den Reibach mit dem Produkt Saarloos oder Wolfhund zu machen. Es besteht für uns keine finanzielle Notwendigkeit, auch noch über Hundeproduktion unseren Lebensunterhalt zu verdienen oder Tierheime zu füllen. Wir möchten es einfach so hart ausdrücken, so dass jeder unsere Beweggründe für die Zucht nachvollziehen kann. Das Warum ist in den Absätzen etwas oberhalb bereits angerissen worden. Unsere Zuchtziele werden interesaante Verpaarungen mit Hunden aus dem In- und Ausland sein. Voraussetzung für die Belegung ist das Interesse an der Verpaarung. Das heißt, die Wurfplanungen werden frühzeitig bekannt gegeben und anhand der Nachfrage und Vorabselektion der Interessenten wird dann eine Entscheidung gefällt. Es werden jetzt viele Züchter sagen, dass die meisten Interessenten erst auftauchen, wenn die Welpen bereits da sind. Dann müssen wir sagen, Pech gehabt. Wir belegen keine Hündinnen oder werden mit unseren Rüden keine Decksprünge durchführen, bei denen wir nicht sicher sind, dass die Welpen vermittelt werden können und in gute Hände kommen (dies ist als Ansatz zu betrachten, da regionale, sprachliche oder kulturelle Grenzen meist sehr viele Unwegsamkeiten mit sich bringen). Wir werden unser Bestes tun...

Unsere übrigen Hunde...

Unsere Hunde werden in einem Großrudel auf unserem Hof (altes Landwirtschaftsgut mit 5 ha Land) gehalten. Es ist eine ständig zusammenlebende soziale Gemeinschaft von Familienhunden verschiedenster Rassen. Dies gibt es in Deutschland sehr selten und die Erfahrungen die wir beim täglichen Aufeinandertreffen solch unterschiedlicher Charaktere oder Rassemerkmale machen, bringen wir in unsere Hundeerziehung / -ausbildung und Sozialisierung mit ein ...
Wir vertreten aber die Meinung, dass es grundsätzlich bei einer Hundehaltung (unkastrierte Rüden und Hündinnen), egal ob nun zwei oder zehn Hunde zusammenleben, eine Kontrolle während den Läufigkeiten geben muss, entweder durch Separation (Gehege) oder wer absolut nicht in der Lage ist zu kontrollieren, durch Sterilisation. Der Großteil unserer restlichen Hunde ist sterilisiert oder kastriert (kamen bereits in diesem körperlichen Zustand zu uns) und werden in unserer Hundeschule als Therapiehunde eingesetzt bzw. laufen vor einem Schlitten und ziehen diesen. Auch die Wolfhunde sind in diese tägliche Arbeit fest integriert...

Kreuzungshundezucht

Ja, wir haben davon gelesen oder gehört, und es gibt sie wohl...
Was die Ziele dieser Verpaarungen sind, ist uns nicht ganz klar. Was man aber grundsätzlich sagen muss, es dient nicht zur Blutauffrischung, der Rückzucht zur Gesundheit oder der Wesensfestigung der Rasse Saarlooswolfhond. Alle Dr. Mabuse's und Dr. Frankenstein's die versuchen, sich mit großen Namen aus der kynologischen Welt und ihren Hinterhofverpaarungen auf eine Stufe zu stellen, sind für uns keine seriösen Züchter. Die meisten dieser Verpaarungen werden mit Tieren durchgeführt, die noch nicht einmal medizinische Pflichtuntersuchungen haben, geschweige denn das nötige Alter, welches für die Zucht Voraussetzung ist. Der Grund in 90% aller Fälle sind kommerzielle Absichten, ohne den Background eines guten Züchters zu haben. Es wird mit den Namen Wolfhund oder Saarloos in Europa sowie in Übersee Schindluder getrieben, niemand hat Einfluss darauf. Das Angebot solcher Hunde geht über "süße, kleine Wölfchen abzugeben" oder Saarloos-Mixe (warum werden keine Schäferhund-Mixe angeboten?) oder man hat in seiner Web-Adresse den Namen Saarloos, um diesen zweckentfremdend einzusetzen bzw. man legt ein halb-seidenes Tuch von Cowboy-, Indianer- oder Weite-Prärie-Spirit über seine Machenschaften. Der Clou dieser Hundevermehrer ist die Behauptung, dass die Rasse SWH durch Inzucht völlig krank sei. Wenn dem so wäre, würde ich mir als Züchter dieser Produkte einmal überlegen, ob ich mit einer solch kranken Rasse überhaupt Verpaarungen anstreben sollte (durch die Vermischung der Gene der Rassen werden nämlich auch die Krankheiten des Saarloos' übernommen bzw erweitert sich das Spektrum an Erbfehlern, da die Kreuzungsrassen ebenfalls nicht frei von Gendefekten sind!). Auf der einen Seite verdamme ich diese Rasse wegen den angeblichen Krankheiten, auf der anderen nutze ich den Namen Saarloos kommerziell, um meine Produkte zu verkaufen! Seltsam...
Diese Probleme findet man mittlerweile auch bei der Rasse TWH!

Hybriden - Wolfsmischlinge - Wolf(s)hundmischlinge

Auch hiervon haben wir gelesen oder gehört, und es gibt sie wohl...
Zu Hybriden ist nur eines zu sagen, Finger weg. Bei den Wolfsmischlingen gibt es in Amerika unseres Wissens nach Züchter, die über die 5. Generation hinaus Wolf (-was auch immer-) Mischlinge (mehr oder weniger Hund, gepaart mit Husky, Malamuthe, Schäferhund und Wolf, auch bekannt unter dem Namen AWH - Amerikanischer Wolfhund / AWD - American Wolfdog oder Spencer Wolfdog) züchten, die uns aber auch vom Wesen her nicht bekannt sind. Hier raten wir ebenfalls, Finger weg. Zu guter Letzt bleiben noch die Wolf(s)hundmischlinge, die aus Verpaarungen von Tschechoslowakischer Wolfhund und Saarlooswolfhond entstanden sind. Diese Behauptungen konnten bis heute nicht belegt werden, auch nach Untersuchung durch den VDH bleibt das Rätsel ungelöst. Um Sie aber nicht völlig zu verwirren, phaenotypisch gibt es Saarlooswolfhonden, die Erbgut der TWH's mit sich tragen und auch vom Exterieur / Wesen an diese erinnern oder umgekehrt. Hier müssen Sie sich bei der Auswahl des Welpens von Ihrem Züchter ihres Vertrauens eingehend beraten lassen. Die Rassen SWH und TWH haben durch ihre Zuchtziele völlig unterschiedliche Charaktere oder Aussehen, die ein guter Züchter aber erkennen sollte und entsprechend einordnen kann.

Unfallzucht

"Ich-hab-eine-Minute-nicht-aufgepasst-da-ist-es-passiert".
Wie auch immer; ob gewollt oder unfall-bedingt, es hat nichts mit kontrollierter und seriöser Zucht zu tun. Dies kann zwar jedem passieren, aber ich muss den Mut haben, den Unfall einzugestehen und es meinem Welpeninteressenten sagen. Das Problem dieser Unfallwürfe sind häufig stark inzestöse (oder Streunender-Hund-) Verpaarungen. Also, für diese Hunde sollten Sie (wenn ohne Papiere) nicht mehr als ein Schutzgeld für die Abgabe bezahlen sowie einen vernünftigen Abgabe-Vertag unterzeichnen.

Nur persönliche Ansichten...

Nun folgt eine persönliche Meinung; lassen Sie sich keinen Knopf an die Backe nähen, dass Sie bei einem VDH-Züchter nur "Papiere mit einem Hund" kaufen. Das ist absoluter Blödsinn. Jeder der Ihnen so etwas erzählt, ist nicht seriös und wir raten Ihnen, Abstand von solchen Personen zu nehmen. Das Kontrollorgan VDH gibt es nicht umsonst, denn für die Zucht unter o.g. Verband müssen Sie gewisse Aufwände in Kauf nehmen, finanzielle und zeitliche. Wir möchten hier auch keine Kostenaufstellung machen, die man als VDH-Züchter hat, aber die Preise eines Hinterhofzüchter liegen fast gleich und seine Margen beim Verkauf der Welpen sind weitaus höher als unsere. Bei diesen Personen werden Sie aber keine offiziellen Gesundheitschecks der Hunde bekommen, die Eltern sind nicht über durchgeführte Gen-Tests nachvollziehbar, Aufbau und Abnahme der Zuchtstätte, die Elterntiere sind meist nicht tierärztlich untersucht, um überhaupt zur Zucht zugelassen zu werden. Dies ist alles mit Kosten verbunden, die ein Hinterhofzüchter nicht hat und seine Marge schmälern könnte. Wenn Sie auf die Ergebnisse, die ihnen ein VDH-Züchter mitliefert keinen Wert legen, dann empfehlen wir Ihnen sich mal in einem Tierheim in Ihrer Nähe umzuschauen. Dort gibt es immens viele Hunde, die es notwendiger haben ein neues Zuhause zu finden, als die Produkte dieser Hundevermehrer.

Letztes Statement

Auch wenn im Saarloos noch sehr vieles an einen Wolf erinnert, wir züchten keine Wölfchen, Wölfe oder andere mystischen Wesen.


SWH sind HUNDE!